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Geschichten zum Mauerfall gesammelt
Christoph Kloft (Kölbingen) gibt gemeinsam mit der Thüringer Bundestagsabgeordneten Petra Heß ein Buch heraus- 40 Persönlichkeiten berichten
20 Jahre nach dem Mauerfall: Wie haben die Menschen 1989 die `Wende` erlebt und was daraus entstanden ist? 40 Menschen erzählen davon in einer Anthologie, die der Kölbinger Autor Christoph Kloft mitherausgegeben hat.
KÖLBINGEN. Druckfrisch ist die Anthologie "Der Mauerfall- 20 Jahre danach..." die Herausgeber Petra Heß und Christoph Kloft am Dienstag, 30. Juni, in der Thüringer Landesvertretung in Berlin erstmals präsentieren werden. Die Thüringer Bundestagsabgeordnete und der Kölbinger Autor haben für dieses 252 Seiten starke Buch prominente Künstler, Politiker und Sportler, aber auch engagierte Bürger dieser bewegten Zeit angeschrieben. Entstanden sind 40 individuelle Texte, die dem Leser ein einzigartiges Kaleidoskop einer der wohl spannendsten Epochen der deutschen Geschichte überhaupt bieten. In dem Vorwort schreibt Professor Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages:“ Die Einheit muss weiterhin wachsen. Das kann sie nur auf dem Boden der Erinnerungen. Gelebtes Leben geht dabei weder nur in Anekdoten auf, noch allein in wie gut auch immer recherchierten Reportagen; es will erzählt werden, wenn es verstanden werden soll. Diese Anthologie, die zahlreiche sehr persönliche Erinnerungen aus Ost und West an das Jahr 1989 und seine Folgen versammelt, gibt einen gelungenen Anstoß dazu. Ihr sind schon deshalb viele Leser zu wünschen. Die Beiträge, die in alphabetischer Anordnung der Autoren gedruckt und etwa vier bis fünf Buchseiten lang sind, werden jeweils mit einem Foto und einer Kurzvita komplettiert, Sie reichen von Franz Alt über Heike Drechsler, Jörg Hildebrandt, Gesine Schwan und Helmut Richter ( der den Text zu "Über sieben Brücken musst du gehn" schrieb) bis hin zu Dr. Hans-Jochen Vogel. Zu Wort kommen dabei auch Menschen, die 1989 der Reformbewegung noch kritisch gegenüber standen und auch heute nicht alle Entwicklungen gutheißen, beispielsweise in punkto sozialer Gerechtigkeit. "Wir haben darum gebeten, so persönlich wie möglich zu schreiben, vielleicht einen fiktiven Tagebucheintrag oder Brief", berichtet Kloft. Angeschrieben wurde beispielsweise auch die Bundeskanzlerin,, die zwar absagte, doch erklärte dass die dem Anthologie-Projekt mit großer Sympathie Folge. Im Buch berichtet als Jüngster Christian Hühn (Arnstadt), heute Ende 30, wie er 1989 als Jugendlicher in die Bewegung "gezogen" wurde. Der Älteste, der einen Beitrag geliefert hat, ist Dr. Hans-Jochen Vogel (geboren 1926). Er berichtet beispielsweise darüber, wie er am 10. November 1989 mit Willi Brandt nach Ostberlin fuhr. Nachträglichen Einsatz forderte die Korrespondenz mit Udo Lindenberg, der seine E-Mails 4 Uhr morgens losschickte und zu der Anthologie den Liedtext vom "Mädchen in Ostberlin" und "einen schönen Beitrag beisteuert, in dem es natürlich auch um Honni und die Lederjacke geht", so Kloft. Liedtexte sind beispielsweise auch von Wolfgang Niedecken enthalten, der diese mit aktuellen Erläuterungen zu einer ganzen Geschichte zusammenfügt und damit seine eigenen Erfahrungen erzählt "Das sind alles so Burschen ohne Starallüren", findet Kloft auch im Zusammenhang mit der Korrespondenz zu Sebastian Krumbiegel oder Dieter Thomas Heck, der trotz Umzugsstress seinen Text lieferte. "Ich selbst habe den Mauerfall von weit weg verfolgt, am Fernseher und per Radio", berichtet Kloft, und das er damals mitten im Mittelalter gesteckt habe- in der Endphase seiner Examensarbeit über den Tristan-Roman. 1990 ging er dann für vier Jahre nach Thüringen, als Redakteur der "Thüringen Allgemeinen". Seine Erlebnisse fasste er später in seinem ersten Buch "Katerstimmung" zusammen. Während er dieses Buch noch selbst herausbringen musste, weil- wie er von Verlagsseite zu hören bekam- das keinen "im Westen" interessieren würde, war das jetzt bei der Anthologie ganz anders. Geplant ist auch, damit auf Lesereisen zu gehen. Angela Baumeister
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