Aus dem Beitrag von Wolfgang Niedecken
... Aus allem zusammen, inklusive unserem anfänglichen, naiven Bestreben, das Ganze nur unter dem Gesichtspunkt »Just for fun« durchzuziehen, kam mir der Gedanke, unsere Gründe, unsere Hoffnung und unsere freudigen Erwartungen in diese drei Strophen zu fassen, denn es hat sich ja erwiesen, dass wir auf die Art am besten durchdringen.
Mitte Dezember Sind vom 14.-17.12.1983 in Magdeburg zu Fernsehaufnahmen für die FDJ-Sendung »Rund«. Drei Stücke sind vorgesehen, dazwischen zwei kurze Gespräche, u.a. auch über den Text zu »10. Juni«. Bei den ersten Proben (vor jeweils wechselndem Publikum) finden noch beide statt, dann nur noch eins, das zu »Kristallnaach«, und bei der Sendung selbst gar keins mehr. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt, indem man das Playback-Band einfach ablaufen lässt. Der Grund: Ich hatte bei den Proben zu offen kundgetan, dass wir von den sowjetischen SS-20 genauso wenig halten wie von den amerikanischen Pershings und Cruise Missiles (und dafür sogar noch reichlich Applaus bekommen). Wir werden auf der Tour höllisch aufpassen müssen, dass man uns nicht vor den offiziellen SED-Karren spannt. »Deshalv« wird dahingehend überarbeitet und bekommt der Klarheit halber auch noch einen ursprünglich nicht geplanten Refrain.
Mitte Januar Dass unsere DDR-Tour geplatzt ist, weiß man mittlerweile, die Gründe dafür sind allerdings noch immer ziemlich im Dunkeln geblieben, und das, obwohl wir fast jedem darüber Auskunft gegeben haben, der uns gefragt hat. – Es habe an dem Text gelegen, wird berichtet, ...
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